Um zu sehen, wie weit die Technologie fortgeschritten ist, werfen wir einen Blick auf die einfache Kunst des Einkaufens. Was vor ein paar Jahren noch eine einfache Angelegenheit war: in ein Ladengeschäft zu gehen, einen Artikel auszuwählen und dem Ladenbesitzer ein paar Scheine zu geben, hat sich gewandelt. Heute suchen Kunden online nach den gewünschten Produkten und bezahlen digital über POS-Geräte.
Natürlich wollen Einzelhändler auch vom Wettbewerb profitieren und ihren Kunden ein reibungsloses Bezahlen mit Karte ermöglichen. Doch viele Händler werden sich zunehmend der Cybersicherheitsrisiken bewusst , die von Kassensystemen ausgehen. Einer der bekanntesten Fälle von Datenlecks bei Kassensystemen ereignete sich 2013 beim US-amerikanischen Einzelhändler Target. Damals waren 41 Millionen Kundenkonten und die Kontaktdaten von über 60 Millionen Target-Kunden betroffen. Das Unternehmen musste 2017 eine Entschädigung in Höhe von 18.5 Millionen US-Dollar an mehrere Bundesstaaten zahlen. Kürzlich wurde zudem eine Sicherheitslücke in den Kassensystemen von Oracle Micros entdeckt, die über 300,000 Systeme betreffen könnte.
High Stakes
Einer der Gründe für das hohe Sicherheitsrisiko bei POS-Systemen ist der hohe Einsatz. Diese Systeme sammeln täglich Daten von Hunderten oder Tausenden von Transaktionen und sind damit eine wahre Goldgrube für Hacker. Diese Daten können für Hacker im Deep Web äußerst wertvoll sein, weshalb POS-Systeme im Vergleich zu anderen Systemen aufgrund ihrer enormen Wertschöpfung häufiger ins Visier von Hackern geraten.
Diese Systeme sind aufgrund ihrer Funktionsweise auch anfälliger für Malware. Da das System sehr häufig genutzt wird, haben Netzwerkadministratoren keine Zeit, die richtigen Updates und Patches auf dem System auszuführen. Dadurch wird es anfällig für neue Schwachstellen. Ist ein POS-System erst einmal von Malware befallen, kann diese unbemerkt im Hintergrund laufen und Informationen zu jeder Transaktion sammeln.
Ein weiteres großes Sicherheitsrisiko bei Kassensystemen ist die fehlende Verschlüsselung. Unverschlüsselte Daten sind viel leichter zu kompromittieren, und viele einfache Kassensysteme verfügen nicht über Verschlüsselungstools. Daher ist es wichtig, eine Verschlüsselungslösung mit End-to-End-Verschlüsselung zu verwenden, die Kreditkartendaten schützt. Selbst wenn Schadsoftware auf dem System installiert ist oder Hacker eine Hintertür oder Sicherheitslücke ausnutzen, sind die Daten verschlüsselt und somit sicher.
Was können Unternehmen tun?
Unternehmen müssen sich vor POS-Verstößen schützen, da diese auch ihre Marke und ihren Ruf schädigen. Dies kann zu Umsatzeinbußen und einer negativen Assoziation mit dem Unternehmen bei den Kunden führen – etwas, das sich kein Einzelhändler leisten kann. Einige der Maßnahmen, die sie ergreifen können, sind:
- Physische Überwachung Dazu gehört, die verwendeten POS-Geräte genau im Auge zu behalten und sicherzustellen, dass keine physischen Manipulationen vorgenommen werden. Dazu gehört auch die Verwendung von Geräten, die den neuesten Sicherheitsstandards entsprechen.
- Investitionen in Sicherheit indem Sie einige grundlegende Hygienekontrollen durchführen: Halten Sie die gesamte Software auf dem neuesten Stand und installieren Sie die neuesten Patches, verwenden Sie ein Antivirenprogramm und implementieren Sie eine Anwendungskontrolle, um die Ausführung nicht autorisierter Programme zu blockieren.
- Erstellen sicherer Passwörter. Dies ist Teil der oben erwähnten grundlegenden Hygieneprüfung, ist aber an sich schon sehr wichtig. Es ist wichtig, sichere Passwörter zu wählen, die nicht leicht geknackt werden können, und eine Multi-Faktor-Authentifizierung zu verwenden.
- Einhaltung der Normen bezüglich KundendatenDie Einhaltung der Normen zur Einhaltung von Kundendaten kann einen großen Beitrag zum Schutz Ihrer Daten leisten. Jeder Einzelhändler sollte Richtlinien darüber haben, wie er mit Kundendaten umgeht, wann diese gelöscht werden und wie lange sie aufbewahrt werden.
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